Feuerwehr Giengen - Bericht
Bericht

Bericht Nr. 001
   
Datum: 11.02.22
Veranstaltungsort: , Giengen
Abteilungen: Gesamt,

Bericht: 11.2. - Europaweiter Notruftag
 

500 Millionen Menschen, eine Notrufnummer – der EU-weite Notruftag am 11.2.

 

Die „112“ steht europaweit für schnelle, zuverlässige und qualifizierte Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Um diese Nummer bekannter zu machen, findet jedes Jahr am 11. Februar der europaweite Notruftag statt. Auch die Hilfsorganisationen im Landkreis Heidenheim möchten auf diese lebensrettende Nummer aufmerksam machen und über das richtige Absetzen eines Notrufes informieren, damit im Notfall alles zügig ablaufen kann. Vermehrt kommen sogenannte standardisierte Notrufabfragesysteme zum Einsatz, die den Disponenten durch das Notrufgespräch führen und diesen dabei unterstützen, schnellstmöglich die richtige Einsatzentscheidung zu treffen. Diese Art der Gesprächsführung ist den meisten Menschen so nicht geläufig. Am schnellsten kommen die Beteiligten auch bei größter Aufregung ans Ziel, wenn der Disponent das Gespräch führt und die notrufabsetzende Person entsprechend der Reihe nach antwortet.

 

Ob bei einem Brand, einem Verkehrsunfall oder im Haushalt: Gibt es einen Notfall, wird es plötzlich hektisch. Das Handy ist gezückt, der Notruf 112 gewählt – die Leitstelle der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes meldet sich. Was sind JETZT die wichtigsten Informationen für den Menschen am anderen Ende der Leitung?

 

  1. Wo ist der Notfallort: Straße, Hausnummer und Ort, in dem der Notfall passiert ist. Häufig werden durch die Leitstellen große Gebiete bearbeitet, in denen es dann mehr als eine „Hauptstraße“ oder eine „Bahnhofsstraße“ gibt. Die Nennung des Ortes vermeidet, dass in mehreren Gemeinden Rettungskräfte alarmiert werden. Und vor allen Dingen: Je präziser beschrieben wird, wo genau die Hilfe benötigt wird, umso schneller sind die Rettungskräfte am Einsatzort.

 

  1. Was ist passiert? Abhängig davon, ob es sich um einen Unfall, ein Feuer oder eine sonstige technische Hilfeleistung handelt, werden unterschiedliche Fahrzeuge und Einsatzkräfte alarmiert – beim Müllcontainerbrand kommt die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug, bei einer technischen Hilfeleistung, wie z.B. einem schweren Verkehrsunfall werden andere Hilfsmittel benötigt.

 

  1. Wer ruft an? Wenn eine Einsatzstelle beispielsweise im Wald schwer zu finden ist, ist es für die Einsatzkräfte hilfreich, wenn die Leitstelle den Anrufer nochmal kontaktieren kann. Teilen Sie dem Disponenten deshalb unbedingt mit, unter welcher Telefonnummer Sie für Rückfragen aktuell erreichbar sind.

 

  1. Warten auf Rückfragen! Aufregung und Anspannung sind normal – schließlich wählt man nicht jeden Tag den Notruf! Falls man nun in der Hektik eine wichtige Angabe vergessen hat, werden die routinierten Leitstellenmitarbeiter dies abfragen. Daher sollte man nie als erster auflegen, sondern warten, bis die Notrufstelle erklärt hat, dass sie alle Informationen hat.

 

Die Hilfsorganisationen im Landkreis Heidenheim meinen, das sollte auch jedes Kind wissen! Im Animationsclip des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg zeigen der Feuerwehrlöwe Badele und seinen Freund, der kleine Elefant Württele kinderleicht, wie der Notruf 112 geht: https://www.youtube.com/watch?v=YkvIxq9mmI8

 

Im Notfall zählt jede Sekunde! Deshalb ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte schnellstens alarmiert werden. Davor braucht man keine Angst haben, denn wer bei der 112 ans Telefon geht, ist auf Notfälle vorbereitet: In Abhängigkeit vom jeweiligen nationalen System für den Bevölkerungsschutz kommt der Notruf zumeist bei Feuerwehr und Rettungsdienst an. Die dortigen Mitarbeiter sind für die Notrufabfrage geschult und sprechen beispielsweise in Deutschland häufig auch Englisch und in Grenznähe auch die Sprache der Nachbarregion. So kann nichts schiefgehen und es kommt schnell und zuverlässig die Hilfe, die benötigt wird.

Die Notrufe über 112 laufen für den Landkreis Heidenheim und den Ostalbkreis bei der Integrierten Rettungsleitstelle Ostwürttemberg (IRLS) in Aalen auf. Diese Zusammenarbeit basiert auf einer Kooperation seit dem Jahr 2006- demnach ist die IRLS für über 446.000 Einwohner zuständig und deckt ein Gebiet von mehr als 2000km² ab. In Grenzbereichen zu Nachbarlandkreisen kann es vorkommen, dass sich das Mobiltelefon in einer Funkzelle einwählt, für die eine andere Leitstelle zuständig ist- keine Sorge, die Notrufe können dort entweder direkt aufgenommen und weitergeleitet werden, oder der Anruf wird an die zuständige Leitstelle weiterverbunden. Jährlich bearbeitet die IRLS rund 200.000 Telefonanrufe. Daraus resultieren ca. 65.000 Notfallrettungs- und Krankentransporteinsätze sowie zusätzlich ca. 2.600 Feuerwehreinsätze für die beiden Landkreise. Um den ständig steigenden Anforderungen an Aufgaben, Technik und Personal auch zukunftsfähig begegnen zu können, wird derzeit ein Neubau der Leitstelle in Aalen in Kooperation zwischen den Landkreisen Ostalbkreis und Heidenheim sowie dem DRK Kreisverband Aalen e.V. und den Kostenträgern des Rettungsdienstes geplant und umgesetzt.  


Freiwillige Feuerwehr Giengen, Herbrechtinger Straße 14, 89537 Giengen
©2022 Moritz Klein, Inhalt: Martin Rösler